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Rückfall und Gefühle

Dass diese Veränderung so viel ausmacht hätte ich nicht gedacht. Dadurch, dass ich jetzt in einer anderen Umgebung wohne ist das Verlangen viel kleiner. Zum Teil war es bestimmt auch Gewohnheit, die mich zu mancher Fressattacke geführt hat. Würde ich mir jetzt vorstellen in der alten Wohnung zu sein, kann ich mir genauso gut vorstellen, dort nicht widerstehen zu können, mir erst einmal 500g Nudeln abzukochen, Sahne darüber zu kippen und dann Schokolade in mich zu stopfen. Ich kann das gerade schreiben, ohne aufzustehen und nach der Schokolade zu greifen, die in einer Kiste liegt. Ich habe sie zu den Sachen gelegt, die ich mit zu meinen Eltern nehme. Gestern hatte ich einen Rückfall, ich habe es nicht geschafft, alle Süßigkeiten auch tatsächlich zu essen, mir wurde so unglaublich schlecht von dem ganzen Süßkram, nachdem ich eine ganze Woche auf zusätzlichen Zucker verzichtet hatte. Nur Cappuccino und Obst enthielten in meiner Ernährung Zucker. Ich war gestern den ganzen Tag allein, habe mich einsam gefühlt und nach einer ganzen Woche, was mir unglaublich erscheint, konnte ich nicht widerstehen. Ich bin traurig, es nicht ganze 10 Tage ausgehalten zu haben, jedoch muss man den Fortschritt sehen und nicht auf dem negativen herumreiten. Ich träume seit ich hier bin so oft von Fressanfällen und wache auf, erst einmal verwirrt und panisch, weil ich denke ich müsste jetzt erst einmal kotzen gehen. Ich wache mit selbsthass und Unzufriedenheit auf, weil ich mich undiszipliniert und unkontrolliert fühle, nach einem solchen Traum. Bis ich langsam wacher werde und verstehe, dass das alles nicht in der Realität passiert ist, sondern mit meiner Vergangenheit zusammenhängt. Trotzdem verwirrend, muss ich sagen. Manchmal fühle ich mich wie ein Drogen-Junkie auf Entzug, so war es gestern auch, als ich nicht widerstehen konnte. Manchmal denke ich aber auch, dass ich aufpassen muss nicht wie viele Bulimikerinnen zum Alkohol zu greifen. Wenn man ein bisschen was getrunken hat kommt man leichter aus Gedankenkreisen und denkt absolut nicht mehr über Fressen und Kotzen nach. Ich habe auch oft Angst dann nicht mehr kotzen zu können, wenn ich etwas getrunken habe, was mich quasi gegen Fressanfälle absichert. Deswegen freue ich mich oft aufs feiern gehen mit Freunden, um zu trinken und Spaß zu haben, weil das meistens auch am nächsten Morgen noch anhält. Aber niemals tagsüber auch nur den kleinsten Schluck zu Hause allein anrühren. Ich hatte früher, bevor ich an Bulimie erkrankt bin, oft über Essstörungen nachgedacht, wurde dann essgestört und jetzt habe ich Angst vor anderen Abhängigkeiten, wer weiß, Tabletten, Alkohol, Drogen, ich möchte das auf keinen Fall, aber nachdem die Sucht nach dem Essen so groß ist,…. Was ich mir nur immer wieder Sage, man kann ohne Alkohol, Nikotin, Tabletten oder Drogen leben, nicht aber ohne Essen. Deswegen ist es wesentlich einfacher zu Rauchen aufzuhören, als eine Essstörung zu besiegen. Dennoch ist es nicht unmöglich das in den Griff zu bekommen, etwas wird wahrscheinlich immer bleiben, aber man kann es schaffen das Biest zu bändigen.

9.3.14 12:52

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